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Einführung zum Thema Altersläufer
Während Leistungssportler bei etlichen Sportarten bereits unter 30 oder
spätestens mit 35 Jahren die sportliche Karriere an den Nagel hängen, erreicht
der Marathonläufer erst mit 30 Jahren und die Marathonläuferin gar erst mit 35
Jahren den Höhepunkt der sportlichen Leistungsfähigkeit.
Aber auch die noch älteren Marathonläufer leisten erstaunliches wie die
folgenden Daten beweisen:
So lief der 38 jährige Andres Espinosa aus Mexiko beim Berlin Marathon 2003
einen neuen Weltrekord in der Mastersklasse der über 35 Jährigen von 2:08:46.
Aber auch der Weltrekordhalter Paul Tergat mit einer Zeit von 2:04:55 ist schon
34 Jahre alt, wo schon so mancher gleichaltrige Fußballer ans Aufgeben denkt.
Peter Geschwend aus der Schweiz gewann noch mit 49 Jahren bereits in der
Altersklasse M50 bedeutende international ausgerichtete Bergmarathons wie den
Swiss Alpine K42.
Manfred Steffny lief 1991 im Alter von 50 aus einem moderaten Wintertraining von
70 bis 80 km pro Woche heraus noch mal einen Marathon unter 2:40, während
Gleichaltrige sogar schon Zeiten um die 2:20 schafften.
Bei den noch Älteren bewältigten in Berlin 2003 zwei über 60 Jährige die
klassischen 42,2 km unter 3 Stunden. Mittlerweile liegt aber der Weltrekord der
über 70 Jährigen im Marathon auch schon unter 3 Stunden.
Bei den 80 Jährigen ist Dr. Gutbier noch für Marathonzeiten um die 3:50
(Würzburg 2003) und
Halbmarathonzeiten um die 1:45 (Großenseebach 2003) gut, wie er 2003 mehrmals bewiesen hat. Selbst
über 90 Jahre alte Läufer wie Josef Galia sind bereits erfolgreich bei
Marathonkämpfen angetreten. Fauja Singh gar lief 2003 in London mit 92 Jahren
und einer Zeit von 6:02:43 einen neuen Weltrekord der über 90 Jahre alten
Läufer.
Was für diese Spitzenläufer gilt, gilt auch für uns Freizeitsportler und
Genussläufer. Ausdauerndes Laufen hält uns
Läuferinnen und Läufer bis ins hohe Alter fit, jung, aktiv und gesund. Wir
müssen dabei nicht unbedingt neue Altersrekorde brechen, sondern können auch so
viel Spaß und Freude an diesem schönen Hobby haben. Nebenbei sind wir dann dann
auch noch mit über 70 so fit und meist gesünder und leistungsfähiger als ein
untrainierter 30 Jähriger!
Im Prinzip kann der Altersläufer jenseits der 40, 50, 60 oder 70 Jahre sein
Training wie gewohnt fort führen und auch weiterhin problemlos an Wettkämpfen
wie Marathons und Ultramarathons teilnehmen.
Trotzdem sollte er ein paar wenige Regeln beachten, die allerdings oft
auch für jüngere Läufer gelten:
- Kein zu hartes Training!
Man darf den von der Natur gegebenen Leistungsrückgang nicht durch immer
härteres Training kompensieren wollen. In diesem Fall sind nicht nur
Verletzungen, sondern auch psychische Rückschläge vorprogrammiert, wenn dann
der erwünschte Erfolg doch ausbleibt.
- Ausgleichsport!
Man sollte zusätzlich zum Laufen einen Ausgleichssport machen. Es bietet sich
z.B. entsprechende Gymnastik an, die auch eine andere Muskulatur als nur die
Laufmuskulatur fördert. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die für das
Laufen notwendige Muskulatur stärker gefördert wird, als die entsprechenden
Gegenspieler. Die Folgen sind oft Sehnenprobleme und Nervenreizungen.
- Weniger schnelle Einheiten!
Die langen ausdauernden Läufe im aeroben Bereich sind gegenüber schnellen
Einheiten wie Intervalltraining u.ä. noch stärker zu gewichten. Bei den
schnellen Einheiten kann verstärkte Vorsicht nie was schaden.
- Trainingsintensität reduzieren!
Je älter man wird desto vorsichtiger sollte man mit der Intensität des
Trainings vorgehen, gerade was das Tempo betrifft.
- Nicht verbissen laufen!
Der Altersläufer sollte keinen Wettkampf verbissen angehen oder sich gar
einbilden, dass er auch im Alter immer neuen persönlichen Bestzeiten nachjagen
kann. Das gilt natürlich oft auch für die Jungspunde, denen der Altersläufer
oft durch seine größere Erfahrung noch zeigen kann was eine Harke ist.
- Köpfchen einsetzen!
Der Altersläufer hat durch seine größere Wettkampferfahrung mehr "Köpfchen".
Das soll er auch einsetzen, statt mit dem "Köpfchen" durch die Wand zu rennen.
- Vorsicht nach langen Pausen!
Wer im Alter nach einer langen sportlichen Pause wieder einsteigen will,
sollte nicht meinen, dass er wieder bei seinen Jahrzehnte alten Leistungen
aufsetzen kann. Er sollte den anfänglich nur geringen Trainingsumfang nur
langsam und vorsichtig steigern
- Mehr Pausen!
Beim Training sollte sich der Altersläufer längere Entlastungsphasen gönnen.
Das kann ein zusätzlicher Ruhetag oder können auch vermehrte langsame
Regenerationsläufe oder auch mal Wanderungen sein.
- Hitze und Kälte
Viele Altersläufer sind unempfindlicher gegenüber Hitze als jüngere Läufer.
Das Gegenteil gilt oft bei Kälte. Also sollten Sie sich warm anziehen, gerade
wenn Sie kälteempfindlich sind.
- Spaß am Laufen
Auch im Alter sollte beim Laufen, das eine Freizeitbeschäftigung ist,
Spaß und Freude im Vordergrund stehen. Zwang
macht keinen Spaß und muss daher nicht sein!
Tipp zum Trainingsbeginn und Trainingsende (12.10.2005)Ja
ich habe einen Tipp! Der Altersläufer sollte bei Trainingsbeginn die
"Warmlaufphase" verlängern. Nicht von 0 auf 100 in 5 sek. (2min) wie die Jungen
sondern in 5-10 min auf seinen Trainingspuls.
Zudem ist der Lauf - Spaß dann größer finde ich! Gleiches gilt natürlich für das
Trainingsende.
Mit freundlichen Grüßen / Best regards / cordiales saludos Thomas Treutlein
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