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Bevor
Sie im Wettkampf als Genussläufer bestehen können, müssen Sie meist ihr
Training von Grund auf ändern.
Streichliste
Alles was sie langweilt, quält, nervt oder einfach keinen Spaß macht,
sollten Sie streichen.
Interessiert habe ich den Artikel "Trainieren wie die Profis" in der
Runner's World 11/2003 gelesen.
Da steht u.a. drin:
- "Intervalltraining ist für ambitionierte Läufer ein Muss".
Ich mag aber kein Intervalltraining. Also lass ich es sein.
Sie genießen es? Worauf warten Sie? Dann tun sie es bitte weiterhin!
- "Keine Angst vor der Bahn, denn jeder kann vom Bahntraining
profitieren...".
Wirklich jeder?
Bahntraining langweilt mich aber ungemein. Also lass ich es sein.
Wenn es Ihnen aber Spaß macht, why not?
Neues ausprobieren und Abwechslung suchen
Neue Strecken
Nichts ist öder als immer die gleichen Runden im immer gleichen Tempo zu
drehen.
Suchen Sie daher die Abwechslung.
Keiner isst jeden Tag einen Gänsebraten, aber viele Läufer drehen jeden Tag
immer wieder gequält und gelangweilt immer die gleiche Runden, wobei sie ihren inneren Schweinehund
ständig aufs neue in endloser Permanenz überwinden müssen.
Laufen sie auch nicht immer auf Straßen oder Fahrwegen. Suchen Sie
Wanderwege oder auch einfach mal Crossgelände auf. Das schult die Motorik
und weckt die Sinne.
Fahren sie am Wochenende ein Stück mit dem Zug oder Auto in schöne
Landschaften hinaus und gehen sie dort laufen und genießen dabei die schöne
Landschaft.
Gerade im Sommer, wo sie weniger schnell auskühlen, können Sie auch problemlos wo einkehren und rasten und
später weiter laufen.
Lassen Sie sich evt. von einem Radfahrer in Ihrer Familie oder Bekanntschaft
begleiten.
Ersteigen sie Berge, Burgen und Höhen.
Viele Wanderer werden sie erstaunt anblicken, wenn sie leichtfüßig einen Berg
hoch joggen, während die sich mühevoll im langsamen Tempo hoch quälen.
Durchqueren Sie Höhlen und durchwaten
sie auch mal Bäche. Bei schönen Aussichtspunkten legen sie eine Rast ein und
genießen den herrlichen Ausblick und lassen sie sich Zeit.
Lernen sie weilen statt zu eilen. Ein freudiger Zwischenspurt ist aber immer
erlaubt, wenn der Hafer sticht.
Ausrüstung
Nehmen Sie einen Laufrucksack und einen Trinkgürtel mit. Dann können sie
sich immer etwas Verpflegung und Kleidung zum Wechseln mitnehmen.
Nehmen Sie einen Fotoapparat mit, dann können Sie Bilder machen und habe
eine Erinnerung an diesen schönen Ausflug.
Damit sie sich nicht so leicht verirren, kaufen sie sich eine gute Wanderkarte von der
Gegend, die sie erkunden wollen.
Verlaufen sie sich einmal, dann freuen sie sich über das kleine Abenteuer.
Laufen im Urlaub
Laufen Sie im Urlaub. Nichts ist schöner als das!
Anbei ein paar Impressionen von Landschaften, die
ich mir im Urlaub erjoggt habe:

Schweiz / Zinal 2003
30 km lange Joggingtour zur Grande Moutet in über 3000 m Höhe |

Ich lief früh am Morgen los und erreichte als erster Gast die dortige
Bergsteigerhütte. Die Gletscherkulisse an diesem kristallklaren Morgen
war einfach wunderbar.
Mehr über diese Tour
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Türkei / Tekirova 2003
Über 30 km lange Joggingtour immer südwärts an der fast unberührten
wilden Küste entlang. |

Unterwegs sah ich bei der 5 stündigen Tour keine Menschenseele aber
dafür ein paar Kühe. Es war Februar, aber trotzdem nahm ich in einer
Traumbucht ein kurzes erfrischendes Bad im eiskalten Wasser. Danach lief
ich den Rest der Strecke wie im 7. Himmel. |
 Am Gipfel meiner Träume,
nach einer Joggingtour vom Campingplatz im Val Morteratsch zum Gipfel
der knapp 3000 Meter hohen Diavolezza. Im Hintergrund das Bernina
Massiv. |
Nichts ist so aufregend wie im Urlaub durch unberührte Landschaften und
herrliche Natur zu joggen. In Schweden versperrte mir einmal ein Rentier den
Weg.
Erst nach einer mehr oder weniger gütlichen Zwiesprache, die wohl an die 5 Minuten dauerte, räumte es
freiwillig den Weg.
Schließlich in Kanada machte ich auf einer Joggingtour sogar einmal
Bekanntschaft mit einem Schwarzbär, der sich 2-3 Meter von mir entfernt in
die Büsche verkrümelte.
Und neulich kreuzten doch glatt im Wald vor meiner Haustüre 4 Wildschweine
kaum 10 Meter von mir entfernt den Weg.
Ja als Genuss- und Naturläufer kann man so
manches erleben.
Übersicht der schönsten Joggingtouren
Laufen zu verschiedenen Tageszeiten
Laufen Sie nicht immer zur selben Tageszeit. Laufen Sie mal morgens,
frühmorgens bei oder vor Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, bei
Sonnenuntergang, abends, nachts. Jede Tageszeit hat ihre eigenen Reize und
genießen sie dabei den Sonnenauf- oder -untergang.
Für Nachtläufe bietet sich eine Stirnlampe an.
Sollten Sie sich nachts
einmal verlaufen.
Auch das hat seinen Reiz! Genießen Sie den Nervenkitzel.
Nehmen sie bei Nachtläufen aber Rücksicht auf die Natur und das Wild, das
auch seine Ruhezeiten benötigt.
Laufen bei jedem Wetter
Es ist langweilig immer nur bei schönen und warmen Wetter zu laufen.
Jedes Wetter hat seine Reize. Auch gerade der Regen. Bei Regen haben sie die
Natur in der Regel für sich alleine. Außerdem können sie gleich ihre neuen
Laufklamotten für den Falle eines Falles für das beim nächsten Wettkampf
vielleicht auch nicht so tolle Wetter austesten.
Alleine und in Gemeinschaft laufen
Laufen Sie den einen Tag ganz alleine und nur ganz für sich. Genießen Sie
die Natur, das Alleine sein und die Ruhe. Lassen sie ihre Gedanken schweifen
oder beginnen Sie im Laufen zu meditieren.
Anderntags laufen sie mit guten Freunden und Bekannten. Sicher werden sie
sich dabei gut unterhalten und die Zeit verfliegt im Nu.
Abwechslung im Training durch Tempowechsel und Wechsel der Strecken
Das was sie schon vom Leistungstraining her kennen gelernt haben, gilt auch
teilweise für das Training des Genussläufers.
Machen Sie mal gemütliche lange
Spazierläufe. Der Puls kann sich dabei ruhig bei etwa 100 oder auch darunter
bewegen. Sie können dazu auch gerne einen Läufer mitnehmen der einige
Leistungsklassen unter der ihren liegt. So wird gleich für die Unterhaltung
gesorgt.
Ein anderes mal können sie gerne scharfe Tempowechsel machen. Aber nur wenn es sie
gerade reizt und es ihnen danach ist.
Bedenken sie sie sind völlig frei und
müssen sich als eingefleischter Lauf-Anarchist an keinen Trainingsplan halten.
Nur
müssen Sie sich natürlich weiterhin an ihre physischen Grenzen halten. Denn
Übermut tut selten gut.
Das andere Mal können sie endlose flache und gerade Strecken aufsuchen
und beim da etwas monotonen Laufen meditieren.
Schließlich können sie eine regelrechte Achterbahn bergauf und bergab
laufen. Wenn es zu steil wird, gehen sie dabei ruhig auch mal längere
Strecken.
Genuss durch Verzicht
Verzichten sie ruhig mal auf was, was besonders Spaß macht und steigern so
die Vorfreude auf eine besonders schöne Strecke oder Trainingsereignis.
Laufen Sie auch nicht zu oft. 3 - 5 mal pro Woche ist aber ok.
Fazit zum Training des Genussläufers
Es ist alles erlaubt was Spaß macht und den Laufgenuss steigert.
Strikt verboten ist alles was nach Muss, Pflichtbewusstsein, sog. alten preußischen
Tugenden, Zwang, Quälerei
und Langeweile aussieht und natürlich auch all das was im weiten Sinne die
Gesundheit gefährdet oder Verletzungen heraufbeschwört.
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