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Kloster Banz beim Obermain Marathon im Visier

laufspass.com -  Obermain Marathon Bad Staffelstein am 10.4.2005 - Bericht von Thomas Schmidtkonz

Eine Marathonwallfahrt

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Vor dem Start Die Marathon- Wallfahrt nach Kloster Banz Sündige Wallfahrtsläufer tun Buße Rasante Talfahrt
Die letzten Kilometer Der Zieleinlauf    

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Infos / Links

Vor dem Start

Sonntag morgens um sieben reisen Mathias mit Freundin, Robert der Transeuropaläufer und ich nach Bad Staffelstein an. Wir trauen unseren Augen nicht als uns einige Schneeflocken entgegen geflogen kommen. Brr das kann ja kalt werden und so zittern wir auch als wir zu der Halle gehen, wo es die Startunterlagen gibt.
Dort gibt es kein Gedrängel und so gestaltet sich das ganze stressfrei.
So haben wir noch genügend Zeit für Mathias ein bereits offenes Café zu finden, da er vor jedem Marathon seinen Kaffee braucht. Ich begnüge mich mit einer Tasse Schokolade und verzichte heute mal ausnahmsweise auf fette Sahnetörtchen ...

Neben dem Café ist gleich das Startgelände und so wissen wir dann gleich wo wir nachher hin müssen.
Am Rückweg treffe ich zu meiner Freude vor der Halle Erwin Bittel mit Anhang.

Vor der Toilette in der Halle hat sich eine lange Warteschlange gebildet. Wie gut, dass ich in dieser Warteschlange meinen Freund Anton Lautner treffe. So können wir uns mit unserem Erfahrungsaustausch die Wartezeit verkürzen.
Nach diesem dringenden Bedürfnis ist es nun höchste Zeit, dass ich mich schnell umziehe. In Anbetracht der recht frischen Temperaturen verzichte ich heute auf die Shorts und bleibe so lange wie möglich in der warmen Halle.
Trotzdem bekomme ich noch den Start der Halbmarathonläufer mit, die fünf Minuten vor uns starten:

Start der Halbmarathonläufer

Nun müssen auch wir uns einreihen. Ich entferne mich von der Startlinie nach hinten, da ich "Laufschnecke" sonst noch beim Start von den Laufgeparden, die schon in Lauerstellung bereit stehen und wie Rennpferde mit den Hufen scharren, über den Haufen gerannt werde.

Und schon erfolgt der Countdown zum ersten Obermain - Marathon. "Auf die Platze - fertig - los!" und  das Häufchen von 300 Marathonverrückten  startet seine mehr oder weniger pietätvolle Wallfahrt auf über 42 Kilometern vorbei an eine der schönsten Kulturlandschaften und an zwei der bedeutendsten Barockkirchen Deutschlands.

Die Marathon- Wallfahrt nach Kloster Banz

Das vordere Feld der Marathonprozession entfernt sich schnell aus dem Blickfeld der hinteren Marathonpilger, weil wir da hinten unsere Pilgerreise ohne Hast und Eile angehen wollen. Gleich auf den ersten Metern entdecke ich meinen Freund Jürgen Löwenstein und so beschließen wir die ersten Kilometer gemeinsam anzugehen. Diese ersten drei Kilometer sind sehr flach und so haben wir genügend Muße das hoch über uns thronende für manchen Flachlandläufer wohl aber eher drohende Kloster Banz in der Ferne zu bewundern. Hinter uns erhebt sich der Staffelberg, wo wir später auch noch hoch müssen.

Die ebene Strecke endet abrupt, nachdem wir den hier noch als Flüsschen fließenden beschaulichen Main überquert haben. Auf den nächsten drei Kilometern geht's nun bergauf:

Bergauf zu Kloster Banz hoch

Ich verabschiede mich hier von Jürgen, da ich langsamer laufen will als er.
Dabei spreche ich einen Läufer mit Laufshirt vom 100 Marathonclub an: "Wieviel Marathons bist Du denn schon gelaufen?". Über 800 erhalte ich völlig erstaunt als Antwort.
Von den Erlebnissen all dieser Läufe könnte mir Hans-Joachim Meyer so viel erzählen, dass es bei weitem den Rahmen dieses Laufes sprengen würde. Wir unterhalten uns dennoch gut und Hans weist mich darauf hin, dass Horst Preisler der Weltrekordhalter mit über 1300 Marathons, was die Anzahl der absolvierten Marathonläufe betrifft, knapp vor uns läuft. Da ich beide auf ein Bild bannen möchte, sprinten wir etwas um ihn einzuholen und so komme ich zu diesem schönen Foto:

Links Weltrekordhalter Horst Preisler vom LAV Hamburg-Nord und rechts Hans-Joachim Meyer vom 100 Marathonclub. Horst ist Hans um etwa 500 Marathons voraus.

Jetzt sind hier gerade mal 300 Läufer unterwegs und dann lernst Du so interessante Marathonläufer kennen. Wow das ist schon Klasse!
Ich verabschiede mich von beiden, die gestern schon beim auch nicht ganz ebenen Kyffhäuser Marathon auf teilweise sehr glitschiger Strecke herum geschlittert sind und trotzdem heute noch so frisch aussehen als hätten sie ne dreiwöchige Wellnesskur hinter sich.

Kurz danach lerne ich bei einem Überholmanöver Guy kennen. Guy ist mit etwa 30 Laufkilometern pro Woche der klassische Freizeitläufer. Trotzdem wagt er sich heute ganz unbekümmert an diese doch sehr anspruchsvolle Strecke. Vielleicht liegt es daran, dass er früher viel in den Bergen geradelt ist. Jedenfalls ist das schon bewundernswert.

Sündige Wallfahrtsläufer tun Buße auf dem Weg nach Vierzehnheiligen und dem Staffelberg hoch

Bei Kloster Banz verlieren wir uns kurz, da ich mich ausgiebig am reich bestückten Läuferbüffet der hiesigen Verpflegungsstelle bediene. Aber beim darauf folgenden Abwärtssprint hole ich Guy wieder ein und setze zum 2. Mal zum Überholmanöver an. Er will mich aber nicht ziehen lassen und so sprinten wir halt gemeinsam gen Tal.
Er hat es besonders auf die Laufkonkurrentinnen abgesehen und versucht sie zu animieren langsamer zu laufen, da er als Vertreter des starken Geschlechtes doch schneller sein müsse. Aber leider blitzt er bei den Laufdamen mit solchen Sprüchen immer wieder ab. Na ja obwohl wir beiden Laufmachos dadurch etwas gedemütigt werden, haben wir trotzdem reichlich viel Spaß und albern mit unseren Laufmitbewerbern herum wie es nur geht. So verfliegt die Zeit im Flug.

Beim nächsten Anstieg bei Kilometer 12 begrüßen uns Schlachtenbummler wie in der Schweiz mit Kuhglockengeläute. Guy versucht  sich als laufender Taschendieb, schnappt sich eine der Kuhglocken und sucht sein Heil in der Flucht. Na das ist schon frech und die armen Schlachtenbummler sind schon sehr geschockt, während Guy wie eine wild gewordene Gebirgskuh mit ihrer Glocke von dannen rennt. Schade, dass ich da nicht schnell meine Kamera gezückt habe. Natürlich will Guy die Glocke wieder zurückgeben. Aber er muss sich gar nicht darum kümmern, da sich die Schlachtenbummler schnell vom Schock erholt haben. Sie schicken einen Mopedfahrer hinterher, der mit einer wohl gerechtfertigten Schelte das geraubte Eigentum zurückfordert.

Nach dieser wenig heiligen Einlage auf unserer Wallfahrtstour nach Vierzehnheiligen hoch, werden wir mit einem dornigen und nicht enden wollenden Anstieg abgestraft und auch Guy muss für seinen erst so kurz zurückliegenden Sündenfall reichlich Buße tun. Amen.

Vor mir Guy und noch ein Läufer schon mit Vierzehnheiligen im Blick

Bei der Basilika angekommen steht eine Dame mit einem verlockenden und gut gefülltem Bierglas da. Da wir gar so leidend aussehen, dürfen auch wir einen kräftigen Schluck nehmen. Das gefällt natürlich gleich dem Fotografen, der bei der Basilika steht und so werde ich als "laufender Schluckspecht" für die Nachwelt auf ein Bild gebannt. Wir verlassen diese barmherzige Pilgerin, die Speis und Trank mit den Ärmsten der Armen geteilt hat - mit deutlich leererem Bierglas.

Guy hat den Sündenfall mit der Kuhglocke schon längst wieder vergessen und schnappt sich als ehemaliger Bergradfahrer ein herumstehendes Rad, da ihm der Anstieg zum Laufen nun endgültig reicht, wie er ganz trocken meint. Aber im Angesicht der mahnenden altehrwürdigen Basilika steigt er reuig bereits  nach 10 Metern wieder ab. Der geläuterte  Sünder überreicht das Rad  dankbar an seinen alten Besitzer, der ihm diese kleine Showeinlage zur Belustigung aller Beteiligten vergönnt hat.

Nach so viel Mitgefühl der Zuschauer auf unserer dornigen Pilgerreise fallen uns gen Himmel strebend auch die restlichen ein bis zwei Kilometer nicht schwer bis wir endlich das Hochplateau erreichen, das uns nun auf vier weiteren Kilometern zum Staffelberg führen wird.

Da ich ein paar Fotos schieße, lasse ich Guy schon mal alleine vorauslaufen und so bahnt sich schon neues Unheil an. In diesem Augenblick kommen uns bereits die schnellen Läufer der Elite entgegen, die uns schon 8 Kilometer voraus sind. So auch mein Freund Robert, den Guy am liebsten noch einmal zum Staffelberg zurückgeschickt hätte. Robert , der Guy gern sonst wo hin geschickt hätte, ist über diese falsche Richtungsweisung verstimmt, kann aber schon wieder lächeln als ich ihn mit meinem Foto, das ich von ihm schießen will, gleich noch einmal in seinem Vorwärtsdrang aufhalte.

Als ich zusammen mit Guy Kilometer 16 nach einer Stunde und 48 Minuten passiere, sehe ich wie viel der schönen Zeit schon vergangen ist. Da ich meine wesentlich schnelleren Laufkollegen vom unserer Fahrgemeinschaft nicht über Gebühr warten lassen will, beschließe ich einen kleinen Zahn zuzulegen und mich dezent von Guy zu trennen. Dieses Mal ohne Abschiedserklärung, da er sich sonst wieder an mich ranhängen wird. Also steigere ich langsam mein Tempo bis ich mich bei einem 5 Minutentakt einpendle ohne nach hinten zu gucken. Dabei sehe ich all meine Bekannten wie Erwin, Jochen Brosig, Mathias, Fuzzy, Jürgen usw. mir entgegenkommen. Sie liegen alle schon viele Kilometer vor mir. Fuzzy warnt mich dabei vor den letzten saftigen Anstieg vor dem Staffelberg. Er weiß nicht, dass mir solche Anstiege immer viel Freude bereiten und so nehme ich diese Ankündigung freudig auf.
Und schon geht es dem Staffelberggipfel entgegen. Der letzte Anstieg ist zwar mit bis zu 20 % Steigung relativ heftig aber auch relativ kurz, so dass ich das ganze mit Schwung nehmen kann und trotz Fotografierpausen beim schweren Kilometer 19 unter 7 Minuten bleiben kann.

Ich umrunde nun den Staffelberg Gipfel, wo ich trotz des etwas trüben Wetters einen phänomenalen Ausblick habe:

Kurz vor dem letzten Anstieg auf den Gipfel.
Rechts Ausblick vom Gipfel.

Rasante Talfahrt

Nach einer Stärkung bei der Gipfel - Jausenstation rausche ich so flott gen Tal, dass ich selbst heute noch ganze zwei Tage nach dem Marathon meine Oberschenkelmuskulatur deutlich spüre.

Es geht nun erst einmal etwa 4 Kilometer auf dem Plateau den gleichen Weg zurück, bevor wir ab Kilometer 24 Richtung Uetzing steil den Berg hinabrauschen. So ist dann Kilometer 25 mit einer Kilometerzeit von 4:35 auch mein schnellster Kilometer der Strecke.
Im weiteren Verlauf geht es nun meist leicht bergab und auch mal mit leichteren Gegenanstiegen durch die schönen Ortschaften Uetzing, Stublang und Loffeld Richtung Bad Staffelstein zurück.

In Horsdorf komme ich mit den besonders netten Betreuern eines Verpflegungsstandes ins Gespräch. Dieser Stand ist besonders schön, da daneben ein herrlicher Osterbrunnen zu bewundern ist:

Verpflegungsstelle in Horsdorf mit Osterbrunnen links

Die letzten Kilometer

Die Landschaft ist jetzt im weiteren Verlauf der Strecke nicht mehr so reizvoll. Dafür werden wir von den meist überschaubaren Zuschauergruppen um so euphorischer begrüßt.
Ich bedanke mich mit ein paar Luftsprüngen und "Einmann - Laolawellen", was immer dankend entgegen genommen wird. Viele Läufer gucken auf den meist so schweren Dreißigern doch immer etwas verbissen drein.
Weniger verbissen  hält eine Zuschauergruppe ganz speziell auf Bernhard, dem Marathon - Geburtstagskind Ausschau:

Alle warten auf das Geburtskind  Bernhard

So purzeln die Kilometer dieser Marathonwallfahrt nur so dahin.
Auf den letzten Kilometern unserer flotten Wallfahrt umrunden wir noch die "Staffelsteiner Seenplatte", was eigentlich eine Kette von Baggerweihern ist. Aber sie ist trotzdem schön anzusehen und gibt dem Lauf noch einmal einen ganz anderen Charakter und seinen ganz eigenen Reiz:

Weiher mit kleiner Insel. Daneben wir Läufer.

Der Zieleinlauf

Nach Kilometer 41 verlassen wir die Seenplatte. Ich denke mir jetzt sind es leider nur noch 1195 Meter bis zum Ende unserer Wallfahrt nach Sankt - äh - Bad Staffelstein. Aber als könnte der Veranstalter meine Gedanken gelesen, hat er beim letzten Streckenkilometer etwa 200 Meter als Zugabe dazugelegt.
So passieren wir erst einmal nicht die magische 42 er - Marke sondern noch die Staffelsteiner Kuranlagen, wo im Kurgarten das Grün in diesem verspäteten Frühling noch recht spärlich sprießt. Dafür werden wir mit der imposanten Fontäne eines Springbrunnens entschädigt.

Die Kuranlagen hinter mich lassend, passiere ich noch eine oder waren's gar zwei Unterführungen, die mit ihrem kleinen Gegenanstiegen beim Schlussspurt etwas weh tun. Dafür darf ich nun ins Sportstadium einbiegen und noch eine gute halbe Ehrenrunde auf der Bahn laufen.

Da ist doch noch ein Läufer vor mir! Der Abstand zu ihm ist zwar noch happig aber dennoch machbar. Ein später Wettkampfehrgeiz packt mich und so setze ich zum Schlusssprint an. Ich kann ihn nach 4 Stunden und 12 Minuten Laufzeit auf der Zielgeraden wie ein kleiner Sieger mit zum Triumph hoch erhobenen Armen überholen.

Gleich hintern Ziel warten meine Lauffreunde teilweise schon über ein Stunde vor Kälte bibbernd auf mich.
:-) Das nennt man Freundschaft! So was gibt es halt nur auf Wallfahrten.
Wir begrüßen uns herzlich und tauschen kurz unsere Erlebnisse aus.

Jeder Finisher erhält eine hübsche Medaille und einen Bierkrug, den man sich bei dem kalten Wetter heute so oft nachfüllen lassen kann wie man will.
Wegen der Kälte belasse ich es auch lieber bei nur ein paar Schlucken und stoße dafür hier noch einmal virtuell mit dem Organisationsteam des Obermain Marathons mit einem dreifachen Marathon - Horrido an.

:-) Meine herzliche Gratulation für diese gelungenen Erstveranstaltung!

Glücklich im Ziel des Obermain Marathons

Infos / Bewertung

Links:

Offizielle Website des Obermain Marathons
Wetter: Kühl, knapp über 0 Grad beim Start, ziemlich windstill
Teilnehmer: 1200 Starter gesamt in den Disziplinen Halbmarathon, Marathon und Nordic Walking. 290 Finisher beim Marathon.
Höhenmeter: Etwa 700 Höhenmeter. Nach knapp 20 Kilometern Strecke ist am Staffelberg der höchste Punkt der Strecke erreicht. Danach keine wesentlichen Anstiege mehr.
Schulnote Schönheit der Strecke 1
Schulnote Organisation 1-2
Schulnote Service 1
Schulnote Zuschauer 
(Anzahl / Motivation)
2
Schulnote Gesamteindruck 1-2
Verbesserungsvorschläge
  • Distanz zwischen Kilometermarkierung 41 und 42 war zu lang und zwischen Start und Kilometer 1 war sie zu kurz
  • Streckenführung etwas besser auszeichnen, da man sich nicht immer sicher war noch auf der richtigen Route zu sein
  • Größere Wegweiser für Anfahrt der PKWs
Lob
  • Sehr gute Verpflegung
  • Getränke waren wegen der Kälte teilweise angewärmt
  • Feste Reihenfolge der Getränke
  • Sehr gutes Preis / Leistungsverhältnis!
  • Gute Stimmung und sehr freundliche Helfer
  • Wunderschöne Streckenführung

 

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