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"Belgischer Kreisel" bei den Sturmböen des Bad Füssing Marathons 2005

laufspass.com -  Thermenmarathon Bad Füssing am 13.2.2005 - Bericht von Thomas Schmidtkonz

Wie wir den Belgischen Kreisel bei einem stürmischen Marathonlauf praktizierten

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Prolog When shall we meet again? Vor dem Start in den Sturm Der Lauf in den Sturm
Unser Sturmlauf mit dem Wind im Nacken Belgischer Kreisel bei Runde 2 Vereint mit den Elementen der Natur Hinter dem Ziel ist vor dem nächsten Start

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Infos / Links

Prolog

Die Brücke am Tay - Theodor Fontane

»Wann treffen wir drei wieder zusamm'?«
»Um die siebente Stund', am Brückendamm.«
»Am Mittelpfeiler.«
»Ich lösch die Flamm'.«
»Ich mit.«
»Ich komme vom Norden her.«
»Und ich vom Süden.«
»Und ich vom Meer.«
...

When shall we meet again?

Erste Hexe: When shall we three meet again? In thunder, lightning, or in rain?
(Aus Macbeth Shakespeare Szene 1)

Alle Jahre wieder treffen sich die Marathonläufer und Laufvernarrten beim Thermenmarathon in Bad Füssing wieder, die es auch im Winter trotz all der Unbilden des Wetters nicht sein lassen können.
Manchmal hat es dann sogar Minus 20 Grad, aber es wurden auch schon fast 20 Grad Plus wie im Jahr 2002 erreicht. Mal scheint die Sonne wie letztes Jahr, mal regnet es, mal schneit es und mal stürmt es wie dieses Jahr, als hätten sich alle Winde gegen uns Läufer vereint.
Aber das kann doch einen Marathonläufer nicht erschüttern oder? So sage ich mir das - oder versuche es mir zumindest zu suggerieren - als ich die ersten erschütternden Wetterprognosen bei Wetter Online lese. Da ist neben Graupelschauern für den Laufsonntag auch von Sturmböen bis zu 80 km/h die Rede. Und so werden Erinnerungen an meinem Lauf in den Orkan in Frankfurt 2002 wach.
Wie war das damals noch? :-( Oh jeh ich glaube es war ziemlich hart ...
Na ja in den letzten guten 2 Jahren hast Du ja einiges dazugelernt und so manchen harten Bergmarathon bestritten. Auch so was kann man doch sicher mit Genuss laufen oder?

So reisen wir Laufheroen mit "unerschütterlichem" Willen bereits am Samstag an, wo sich das Wetter bei noch milden Temperaturen noch von seiner gnädigeren Seite zeigt. Nach einem kurzen Abstecher in unser südöstliches Nachbarland - das Benzin ist dort billiger - checken wir im Jagdhof ein, wo wir zu günstigen "Läuferkonditionen" untergebracht sind. Erst dann geht es zum Johannesbad, wo wir - heute noch stressfrei - die Startunterlagen abholen. Bereits pünktlich zum Startschuss der Nudelparty sind auch wir im Restaurant. Dort haben wir ein Treffen mit all unseren Bekannten des Team Bittel ausgemacht. Nach und nach treffen auch alle ein. Da wir recht zahlreich vertreten sind können wir sogar zwei Laufgruppen organisieren. Ich will mit Erwin aus Grafenau und Fuzzy aus Forchheim eine Zielzeit von 4:00 - X anpeilen und Jörg, Martin und Rudolf wollen es gemütlicher angehen. Mathias will dagegen flotter laufen, während Gaby meine Frau ihre Laufsaison mit dem 10 Kilometer-Run eröffnen will.

Vor dem Start in den Sturm

... »Hei, das gibt ein Ringelreihn,
und die Brücke muß in den Grund hinein.«
»Und der Zug, der in die Brücke tritt
um die siebente Stund'?«
»Ei, der muß mit.«
»Muß mit.«
»Tand, Tand
ist das Gebild von Menschenhand.«
...
(Die Brücke am Tay - Theodor Fontane)

Der Start der 10 - Kilometerläufer in Bad Füssing

Eine Brücke gibt es am Jagdhof nicht. Doch der Nachtsturm tobt als möchte er alles dem Erdboden gleich machen.
Ich erwache aus Albträumen und beschließe beim Frühstücksbüffet besonders fest zuzulangen, um dem Sturm mit dem nötigen Ballast die Stirn bieten zu können.
Nach einer netten Unterhaltung mit einem Läufer an unserem Frühstückstisch - mit der alles entscheidenden und existentiellen Diskussion "Lauf ich mit Shorts oder nicht?" - fahren wir zum Startgelände hinaus, wo wir noch einen gut gelegenen Parkplatz finden.

Die Restzeit bis zum Start vergeht schnell, da wir einen Bekannten nach dem anderen treffen und natürlich unsere Gefühle und Eindrücke zum kommenden Geschehen voll zum Ausdruck bringen müssen.
Dank der Eisböen habe ich nun auch die  Frage "Lauf ich mit Shorts oder nicht?" getrost mit "Nein!" beantworten können.
Nach einigem Hin und Her finden sich auch unsere beiden Laufgruppen zusammen. Ich will mit Erwin aus Grafenau und Fuzzy aus Forchheim das Ziel 4:00 - X anpacken. Daher reihen wir uns ein klein wenig weiter vorne ein als unsere zweite etwas langsamere Laufgruppe. Wir sind aber immer noch so weit hinten, so dass wir gar nicht den Startschuss hören. Aber er muss gefallen sein, da es nun wie bei all solchen Läufen üblich ruckartig Richtung Startlinie nach vorne geht ...

Der Lauf in den Sturm

...Auf der Norderseite, das Brückenhaus -
alle Fenster sehen nach Süden aus,
und die Brücknersleut', ohne Rast und Ruh
und in Bangen sehen nach Süden zu,
sehen und warten, ob nicht ein Licht
übers Wasser hin »ich komme" spricht,
»ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug,
ich, der Edinburger Zug.«

...
(Die Brücke am Tay - Theodor Fontane)

Wir sind zwar nicht der Edinburger Zug, aber auch unser Zug von Marathonläufern kommt trotz "Sturmesflug" ohne "Rast und Ruh" gut in Fahrt, obwohl wir auf den ersten 10 Kilometern der Sturm uns stets ins Gesicht bläst:

Hier setzen wir uns im Sturm von einem Läuferpulk ab, wo die Läufer Schutz vor den Sturmböen suchen.

Ich habe mich in unserer Laufgruppe bereit erklärt auf den ersten 6 Kilometern den Bremsläufer zu spielen. Bei den gerade heute so schwierigen Bedingungen ist es nämlich sehr wichtig, dass wir nicht schon am Anfang unser ganzes Pulver verschießen.
Da ich unterwegs auch noch Fotos schießen möchte, ist es gar nicht so einfach meine beiden "Schäfchen" zusammenzuhalten. Gerade Erwin muss ich immer wieder "zurückpfeifen". Als Hobbypianist beschwichtige ich Erwin immer wieder mit: "Piano, piano!" und so funktioniert dann unser Spiel auf der Klaviatur des Marathonlaufens recht harmonisch.

Bald haben wir das Siedlungsgebiet von Bad Füssing hinter uns gelassen und sind nun der Launen des Wetters voll ausgesetzt.  Noch können wir in etlichen Läufergruppen gegenseitigen Schutz vor den schlimmsten Böen finden. Aber wie mag das dann erst bei Runde 2 sein, wo nur noch das winzige Häufchen der Marathonläufer in einem weit auseinander gezogenen Feld von verbliebenen Läufern unterwegs ist, während die zahlreichen Halbmarathonies sich dann schon von den Strapazen im heißen Bad der Therme erholen dürfen?
Wenn ich da ganz alleine auf mich gestellt diesen Orkanböen ausgesetzt bin, wie groß mag da noch der Genuss bei diesem Lauf sein?
Nein an so was darfst Du nicht denken, allenfalls Dir fällt dazu eine gute Lösung ein. Zeit bis zur zweiten Runde hast Du ja noch genug!

Na ja, da es gerade etwas "windstiller" geworden ist, heißt es jetzt erst einmal zum nächsten Läuferpulk aufzuschließen. Nach der nächsten Richtungsänderung werden wir nämlich wieder den Unbilden des Wetters voll ausgesetzt sein. Endlich finden wir einen größeren Pulk, der in etwa unser Tempo läuft. Wir lassen uns nun von dieser Gruppe einfach ziehen.

Unser Sturmlauf mit dem Wind im Nacken

... ... Und es war der Zug. Am Süderturm
keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm,
und Johnie spricht: »Die Brücke noch!
Aber was tut es, wir zwingen es doch.
Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf,
die bleiben Sieger in solchem Kampf,
und wie's auch rast und ringt und rennt,
wir kriegen es unter: das Element.

...
(Die Brücke am Tay - Theodor Fontane)

Nach einem scharfen Richtungswechsel in Hart haben wir endlich die Sturmböen im Nacken und sind uns nun sicher "wir kriegen es unter: das Element".

Kann Marathonlauf so leicht sein? Ja zumindest wenn man von hinten durch Sturmböen so schnell nach vorne geschoben wird. Lagen unsere Kilometer - Zwischenzeiten bei Gegenwind noch um die  5:30 so erreichen wir nun Spitzen - Kilometerzeiten, die um die 5:00 oder sogar vereinzelt darunter liegen.

Mir macht das richtig Spaß und so komme ich richtig in Schwung. Selbst dieser heftige Graupelschauer, der nun auf uns herunterprasselt, hat all seinen Schrecken verloren.
Ich werde fast übermütig und Fuzzy ist dieser Ausbruch von Lebensfreude doch etwas unheimlich und so lässt er sich etwas zurückfallen, während Erwin eisern mithält. Später werde ich allerdings ein schlechtes Gewissen haben, als er bei Kilometer 25 zurückfällt.
Aber  ich weiß auch, dass wir auf den ersten 10 Kilometern der zweiten Runde wegen dem Gegenwind Zeit verlieren werden. So will ich auf diese Weise einen Zeitpuffer ausbauen.

Bei Kilometer 19 liegt ein Läufer wohl mit einer Kreislaufschwäche am Rand. Da schon Hilfe zur Stelle ist und der nächst gelegene Feuerwehrwagen schon von einem hilfsbereiten Läufer zu Hilfe gerufen wurde, können wir unbesorgt weiter laufen.
Dieses unruhige Wetter heute ist nicht gut für Läufer mit Kreislaufschwächen und viele merken nicht wie viel Flüssigkeit man bei so einem windigen Wetter verliert und trinken einfach zu wenig.
Leider muss ein Läufer den 10 Kilometerlauf sogar mit seinem Leben bezahlen, als er direkt beim Zieltor zusammenbricht. Das erfahre ich aber erst am nächsten Tag. Obwohl dort die Sanitäter gleich zur Stelle sind, verlaufen alle Reanimationsversuche im Sand.

Mir geht es jedenfalls recht gut, als wir nach 1 Stunde und 52 Minuten die erste Hälfte hinter uns gebracht haben. Kurz vor dem Zieltor kann ich meiner Frau Gaby sogar ein überflüssiges Laufshirt überreichen, das ich unterwegs ausgezogen habe. Gaby kann mir kurz erzählen, dass ihr 10 - Kilometerlauf gut verlaufen ist.

Belgischer Kreisel bei Runde 2

... ... Auf der Norderseite, das Brückenhaus -
alle Fenster sehen nach Süden aus,
und die Brücknersleut' ohne Rast und Ruh
und in Bangen sehen nach Süden zu;
denn wütender wurde der Winde Spiel,
und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel,
erglüht es in niederschießender Pracht
überm Wasser unten... Und wieder ist Nacht.
...
(Die Brücke am Tay - Theodor Fontane)

Kaum haben Erwin und ich Bad Füssing hinter uns gelassen  wurde wütender der Winde Spiel .
Aber jetzt bewährt es sich doch, dass ich mir dieses Jahr die Tour de France im Fernsehen angeguckt habe.
Radfahrer sind doch den Launen des Windes viel ärger ausgesetzt als wir Läufer, wo der Wind meist keine große Rolle spielt. Aber heute ist das ja ganz anders. Und ach ja die Skater, wie machen die das?
Ja die wenden doch alle beide den "Belgischen Kreisel" an. Was die können, können wir doch auch!
Also setze ich mich an die Spitze und sag zu Erwin er soll hinter mir bleiben. Nach 100 - 200 Metern lasse ich mich zurückfallen und nun ist Erwin mit der Führungsrolle dran. Wow das hilft ja super und macht sogar Spaß.
Bald haben wir einen Läufer eingeholt. Wie ich später erfahre ist es der Altersläufer Peter Kornfeld, der später Erster der M70 werden wird. Er hängt sich zwar auf meine Aufforderung bei uns mit dran, aber lässt sich dann zurückfallen, weil er doch sein eigenes Tempo laufen will. Wie gut, dass jetzt wieder Fuzzy mit einem Läufer aus Graz bei uns aufschließt. So können wir schon zu viert den Belgischen Kreisel anwenden.

Leider hat bald darauf Erwin Probleme und muss sich zurückfallen lassen. Ich hoffe, dass er gut durchkommt, aber so ganz alleine im Sturm wird das für ihn sicher hart werden.
Nun sind wir nur zu dritt. Aber auch da funktioniert das ganze sehr gut.

Immer wieder schließen sich dankbar Läufer unserem Belgischen Kreisel bei dem starken Gegenwind an.
Vorne ein weltgewandter Marathonläufer, der schon 61 Marathons auf der ganzen Welt gelaufen ist und als Dritter ein fanatischer Utramarathonläufer, der schon 40 Hunderter finishen konnte.

Nachdem uns der Sturm in Kirchham eine kurze Atempause gegönnt hat, wird es nun auf offener Strecke besonders hart. Unerbittlich blasen uns die Sturmböen entgegen. Dank unseres Belgischen Kreisels lässt uns das ziemlich kalt. Jedes mal wenn wir einen Läufer eingeholt haben, fordere ich ihn auf sich uns anzuschließen.  Je größer nun unsere Laufkette wird, desto weniger müssen wir auch Führungsarbeit gegen den Sturm leisten. So erreichen wir wohlgemut bei KM 31 / 32 wieder das Dörfchen Hart, wo der harte Teil der Strecke beendet ist. Ab hier werden uns die Böen in den Rücken blasen.

Vereint mit den Elementen der Natur

Welch eine Wohltat ist das, nicht mehr gegen die Elemente ankämpfen zu müssen. Von einem Kampf gegen die Elemente kann nun wirklich nicht mehr die Rede sein.  Jetzt unterstützen sie uns sogar.
Die unsichtbare Hand der Göttin des Windes schiebt uns Kinder des Windes nun wohlwollend, umhegend und umpflegend die letzten 10 Kilometer dem Ziel entgegen. So komme ich endlich mit Läufern unseres nun aufgelösten Kreisels ins Gespräch.

Einer kommt aus Graz und durfte schon 61 Marathons auf der ganzen Welt erleben. Er kann natürlich unheimlich viel von seinen teils spannenden Erlebnissen erzählen. Aber auch der andere ist eine nicht minder interessante Läufergestalt. Er bezeichnet sich mit Recht als Ultraman, wenn gleich er nicht damit den Ultra Triathlon auf Hawaii meint. Sondern dieser Titel verweist auf seine unzähligen Ultramarathons, die bis zu Sechstageläufen auf der 250 - Meterbahn reichen. So hat er vor kurzem erst den Elbtunnelmarathon gefinisht.
Besorgt frage ich nach, na ja ich will ehrlich sein ich spöttle natürlich, ob man bei den 48 Runden im Tunnel nicht den Tunnelkoller oder wenigstens den Drehwurm kriegt ...
Ja irgendwie treffen sich hier in der zweiten Runde von Bad Füssing bei so einem Wetter schon die total Laufvernarrten ...

Bei so viel Unterhaltung vergeht die Zeit im Nu und ich merke kaum, dass ich nun die oft so harten Dreißiger wie am Fließband herunterspule. Als aber der Ultraman sich zurückfallen lässt und der Grazer und Fuzzy bei KM 38 das Tempo leicht anziehen, wird es mir zu schnell. Ich rechne mit meinem geplanten Lauftempo nach der letzten Hochrechnung nun mit einer Endzeit von etwa 3:55. Die beiden laufen mit 5:30 / km aber jetzt auf 3:52 zu. Also reduziere ich mein Tempo auf 5:45 / km und sage den anderen beiden, dass sie ruhig weiterlaufe sollen. Ja 5:45 / km ist doch gleich angenehmer! Trotz des reduzierten Tempos überhole ich wie schon seit KM 6 einen Läufer nach dem anderen.
Bei Egglfing erreichen wir die letzte Verpflegungsstelle, die Fuzzy und der Grazer vor mir rechts liegen lassen.
Ach nein, das mach ich nicht! Also schlemme ich lieber noch einmal kurz beim aufgetischten Läuferbüffet. Na ja sehr reichlich ist das hier aber nicht gedeckt! Ein Michelinstern wird hier nicht vergeben. Aber wollen wir doch bescheiden sein, ein Stück Banane und ein Glas Mineralwasser tun es ja so knapp vor dem Ziel auch.

Es folgt eine kleiner Freudensprung bei KM 40 und die Überlegung ab wo ich meinen Endspurt ansetzen soll. Dabei werde ich doch glatt noch von zwei Läufern mit "Lichtgeschwindigkeit" überholt. Seit KM 6 habe ich von Fuzzy und dem Grazer und der Tätigkeit in unserem Kreisel abgesehen nur Läufer überholt  und jetzt zum Ende so was.  Das ist doch eine Frechheit!
Die Kühe auf der Kuhweide rechts von mir zeigen sich davon deutlich unbeeindruckter. Ach Thomas nimm es so gelassen wie das Rindvieh rechts von Dir und freue Dich lieber über die Kilometermarke 41, die nun gleich kommt.
Nun will ich auf den restlichen 1195 Meter noch mein jetziges Tempo von etwa 5:45/km knappe 4 Minuten weiterjoggen, bevor ich dann zum finalen Endspurt ansetze.
So gesagt so getan. Als schon die 42 er Marke in Sichtweite kommt, lege ich noch einen kleinen Zahn zu und überquere nach 3:54:30 glücklich die Ziellinie.
Dort lass ich mich erst einmal mit der überreichten Finishermedaille auf stolzer Finisher - Brust fotografieren:

Das obligatorische Zielfoto!

Hinter dem Ziel ist vor dem nächsten Start

Da es so kalt ist, organisiere ich mir als nächstes ne wärmende Decke. Erst dann begrüße ich die anderen von uns, die schon da sind. Gerade Mathias kann über seinen 45. Platz in der Gesamtwertung sehr stolz sein.

Aber noch mehr als über unsere tollen Leistungen freue ich mich mit einem Glas alkoholfreien Weißbier endlich hinsetzen zu dürfen. Oh tut das gut!
:-) Wie wenig braucht man doch, um glücklich zu sein!
Ein Marathon kann dazu sehr hilfreich sein ...

:-) When shall we meet again on our next marathon? In thunder, lightning, or in rain?

Epilog

»Wann treffen wir drei wieder zusamm'?«
»Um Mitternacht, am Bergeskamm.«
»Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm.«
»Ich komme.«
»Ich mit.«
»Ich nenn euch die Zahl.«
»Und ich die Namen.«
»Und ich die Qual.«
»Hei!
Wie Splitter brach das Gebälk entzwei.«
»Tand, Tand
ist das Gebilde von Menschenhand«
(Die Brücke am Tay - Theodor Fontane)

Mehr über dieses Gedicht von Theodor Fontane, das ich in grauer Vorzeit als Schüler mehr als widerwillig auswendig lernen musste.

Infos / Bewertung

Links:

Wetter: Kühl, 2-3 Grad, sehr wechselhaftes Wetter mit Sturmböen bis zu 100 km/h
Höhenmeter: ca. 50 m
Schulnote Schönheit der Strecke 2
Schulnote Organisation 1-2
Schulnote Service 1

Sehr gut:

  • Die Bademöglichkeiten in der Therme, sowohl am Samstag als auch am Lauftag.
  • Alkoholfreies Weißbier im Ziel gab es dieses Jahr ausreichend bis zum Schluss
  • Bei Nudelparty kann man traditionell nachfassen soviel man will.
  • Gutes Preis- / Leistungsverhältnis.
  • Preiswerte Unterkünfte extra für die Teilnehmer
Schulnote Zuschauer 
(Anzahl / Motivation)
2-3
Schulnote Gesamteindruck 2+
Verbesserungsvorschläge
  • Neben O2 -Sauerstoffwasser sollte auch ganz normales und stilles Wasser gereicht werden
  • Den letzten Läufern wurde die Decken schon kurz nach dem Zieleinlauf wieder abgenommen. Ein klein wenig mehr Geduld der Helfer wäre da nicht schlecht.
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